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17 Aug '18

Heißes Jahr für Feuerwehr: Schon 1000. Einsatz gezählt

Retten, löschen, bergen, schützen: Durchschnaufen indes kommt in diesem feurigen Vierklang bekanntlich nicht vor. In diesem Jahr schon gar nicht. Ihren 1000. Einsatz (!) hat die Feuerwehr Lippstadt in der Nacht auf Sonntag schon gefahren. Zum Vergleich: In den letzten Jahren waren es bis Jahresende jeweils nur zwischen 750 und 850. Wehr-Sprecher Christian Dicke zu den Fragen...

... warum 2018 ein so brandheißes Jahr für die heimischen Wehrleute ist.

Es sei außergewöhnlich, dass die Gesamtwehr, das heißt neben der hauptamtlichen Wachbereitschaft alle Löschgruppen von Lohe bis Rebbeke, gleichzeitig alarmiert werden. Bereits im Januar, genauer gesagt am 18., mussten 135 Wehrleute insgesamt 120 Einsätze im Stadtgebiet abarbeiten. Sturmtief Friederike wütete. Weiter ging es am 1. Juni um 20.34 Uhr. Wehrführer Bernd Peterburs ließ ein zweites Mal die Gesamtwehr alarmieren. Ein Starkregen-Gebiet sorgte für überflutete Keller, vorwiegend im westlichen und südlichen Stadtgebiet. Die Feuerwehr Lippstadt rückte zu 230 Unwettereinsätzen aus und bekam das erste Mal Unterstützung von den Nachbarwehren. Außergewöhnlich für die Feuerwehr waren laut Dicke kürzlich die beiden Großbrände im Gewerbegebiet Am Wasserturm am 27. Juli (Hartschaum) und 2. August (Deal). Auch hier mussten die Feuerwehren aus dem Kreis Soest bei den Löscharbeiten unterstützten. Allein am letzten Donnerstag kamen dann noch einmal am späten Nachmittag und Abend sturmbedingt 33 Einsätze hinzu.

... wo die Schwerpunkte liegen und wie sich die Einsätze kategorisch aufteilen lassen.

Laut Statistik liegen die Schwerpunkte bei der technischen Hilfeleistung (allein 463!), wie etwa „Wasser im Keller“ oder „Baum auf Straße“. Neben 61 Kleinbränden gab‘s dem Wehr-Sprecher zufolge acht mittlere und sechs große Brände. Zudem jeweils zwei Lkw- und Pkw-Brände. 21-mal wurden im Stadtgebiet Keller ausgepumpt, 31-mal Tiere gerettet. 43-mal befanden sich Menschen in einer Notlage, hinzu kamen elf Verkehrsunfälle. 136-mal schrillten Brandmeldeanlagen. Zeitliche Schwerpunkte lagen ganz deutlich im Juni (316 Einsätze) und Januar (220). Die einsatzärmsten Monate: April (61) und März (68).

... ob das für die Einsatzkräfte so noch zu leisten ist.

Trotz mehr Einsätzen könnten die Wehrleute die Einsätze abarbeiten, weiß Christian Dicke. Die Feuerwehr Lippstadt habe 400 aktive Mitglieder, die in sechs Löschzüge aufgeteilt sind sowie 57 hauptamtliche Feuerwehrbeamte, die die (hauptamtliche) Wachbereitschaft stellen. Zahlreiche Einsätze würden auch von der Wachbereitschaft übernommen, die rund um die Uhr im Dienst sei und so die ehrenamtlichen Wehrleute vor allem tagsüber entlaste.

... ob die Arbeitgeber noch mitspielen, wenn die Freiwilligen mehr und mehr zu Einsätzen während der Dienstzeit ausrücken.

„Die Arbeitgeber sind sehr loyal gegenüber der Feuerwehr eingestellt und stellen die Arbeitnehmer nach wie vor für Feuerwehreinsätze oder auch Feuerwehrlehrgänge frei“ – obwohl es bereits im vergangenen Jahr zu einem Anstieg der Einsätze im westlichen Stadtgebiet (Löschzug 6) gekommen sei.

... welcher der 1000. Einsatz am Sonntag war.

Um 3.45 Uhr wurden die hauptamtliche Wachbereitschaft und die Löschgruppe Lipperbruch zu einer Brandvermutung zu einem Wohngebäude in der Straße „Am Kurpark“ in Bad Waldliesborn alarmiert. In dem Gebäude wurde ein Heimrauchmelder aus ungeklärter Ursache ausgelöst.

... wie es um den viel diskutierten Digitalfunk bestellt ist, der in diesem Jahr kreisweit an den Start gehen soll.

Im Oktober soll es laut Dicke zu einem Probebetrieb für den Rettungsdienst im Kreis Soest kommen. Wenn dieser reibungslos funktioniert, würden die Feuerwehren einige Monate danach auf Digitalfunk umstellen.

Quelle: Der Patriot - Lippstädter Zeitung