16 Okt '26
Feuerwehr Lippstadt probt interkommunale und überörtliche Zusammenarbeit bei ABC-Vollübung
Gefahrstoffaustritt an einem Lkw, Messungen im Stadtgebiet und koordinierter Einsatz überörtlicher Einheiten: Feuerwehr Lippstadt trainiert gemeinsam mit Partnerfeuerwehren und Messzügen den Ernstfall.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit, wenn ein Gefahrstoffaustritt weitreichende Auswirkungen auf das Stadtgebiet haben könnte? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich die Feuerwehr Lippstadt am Samstag bei einer umfangreichen ABC-Vollübung auf dem Gelände der Firma Lange Gas in Benninghausen. Im Mittelpunkt standen die interkommunale Zusammenarbeit, die Einbindung überörtlicher Spezialeinheiten und das Zusammenspiel verschiedener Einsatzkonzepte.
Unter der Einsatzleitung des stellvertretenden Leiters der Feuerwehr, Jan Rhäsa, wurde ein Szenario mit einem Gefahrstoffaustritt an einem Lkw angenommen. Der ABC-Zug 3 des Kreises Soest, bestehend aus Einsatzkräften der Feuerwehren Lippstadt, Erwitte und Geseke, übernahm die Maßnahmen unmittelbar am Fahrzeug. Ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterstützte die Übung vor Ort.
Messzüge im Einsatz – Gefahrenbereiche im Stadtgebiet identifiziert
Im Verlauf der Erkundung konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Lkw bereits auf seiner Fahrt durch das Lippstädter Stadtgebiet Gefahrstoff verloren hatte. Um mögliche Gefahrenbereiche festzustellen, wurden deshalb nacheinander die beiden Messzüge des Regierungsbezirks Arnsberg eingesetzt. Zunächst übernahm der Messzug Nord die Messaufgaben, bevor im weiteren Übungsverlauf die Übergabe an den Messzug Süd erfolgte.
Durch die Messungen im Stadtgebiet konnten weitere Bereiche identifiziert werden, von denen im angenommenen Szenario eine Gefahr ausgehen konnte. Die Übung verdeutlichte dabei insbesondere die Bedeutung einer strukturierten Erkundung, einer abgestimmten Einsatzführung und einer reibungslosen Übergabe zwischen den eingesetzten Spezialeinheiten.
Bereitstellungsraum als zentrale Drehscheibe
Ein weiterer Schwerpunkt war die Einrichtung und Führung des kommunalen Bereitstellungsraums am Baubetriebshof Lippstadt. Die Feuerwehr Erwitte übernahm diese Aufgabe. Dort sammelten sich die überörtlichen Einsatzkräfte, wurden koordiniert und anschließend gezielt in das Einsatzgeschehen eingebunden.
Neben dem ABC-Zug 3 des Kreises Soest und den beiden Messzügen wurden damit auch wichtige Abläufe der überörtlichen Kräftekoordination praktisch erprobt. Bestandteil der Übung waren unter anderem die Konzepte „Ü Messen 2 NRW“, „ABC-Zug 3 Kreis Soest“ sowie die Nutzung des kommunalen Bereitstellungsraums.
Positive Bilanz der Übungsleitung
Auch Vertreterinnen und Vertreter aus Rat und Verwaltung nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Einsatzkräfte und den Anforderungen bei ABC-Lagen zu machen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine gute Vorbereitung, abgestimmte Konzepte und eine funktionierende Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg sind.
Übungsorganisator Björn Parl, Leiter der ABC-Einheit Lippstadt, und der Leiter der Feuerwehr, David Westerfeld, zogen bereits zum Ende des Übungsgeschehens ein positives Fazit. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, die Abläufe weiter zu festigen und die Einsatzbereitschaft für komplexe Gefahrstofflagen zu stärken.
Ein besonderer Dank gilt der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Lippstadt, die die Übungsteilnehmenden bei der Verpflegung unterstützte.
Die ABC-Vollübung zeigte einmal mehr: Bei größeren Gefahrstofflagen kommt es nicht nur auf die technische Ausstattung und die fachliche Expertise einzelner Einheiten an. Entscheidend ist vor allem, dass alle beteiligten Kräfte über kommunale Grenzen hinweg Hand in Hand arbeiten.
Die Feuerwehr Lippstadt bedankt sich ausdrücklich bei der Firma Lange Gas, die ihr Betriebsgelände für die Durchführung der Übung erfreulicherweise zur Verfügung gestellt hat. Solche Übungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Bestandteil einer realitätsnahen Vorbereitung auf komplexe Einsatzlagen.
Wichtig ist dabei die klare Einordnung des dargestellten Szenarios: Der angenommene Gefahrstoffaustritt und die daraus abgeleiteten Gefahrenbereiche waren vollständig fiktiv. Das geübte Szenario stellt ausdrücklich keine realistische Gefahrenlage auf dem Betriebsgelände der Firma Lange Gas dar und könnte sich in der dargestellten Form dort nicht ereignen. Sämtliche Maßnahmen dienten ausschließlich der Aus- und Fortbildung der beteiligten Einsatzkräfte.
Text und Fotos: Feuerwehr Lippstadt