14 Mär '26
Blick auf Unfallfolgen „schockierend, aber notwendig
Mucksmäuschenstill ist es, als Polizisten, ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, eine Notfallseelsorgerin und ein Unfallopfer die Bühne des Forums der Marienschule betreten. „Stell dir vor, du stehst an einem Wendepunkt in deinem Leben – voller Träume, Pläne und unzähliger Möglichkeiten.“ Genau dort setzt der Crash-Kurs NRW an.
Seit 2010 ist die Polizei mit dem Präventionsprogramm an Schulen unterwegs. Indem sie die Emotionen der Jugendlichen weckt, will sie auf die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit, Ablenkung am Steuer, zum Beispiel durch Smartphone-Nutzung, sowie Alkohol- und Drogenkonsum aufmerksam machen. Das gelingt auch an diesem Vormittag.
Als erstes sehen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 ein Video, das bestürzende Bilder von Unfallstellen und Gedenkkreuzen zeigt. „Es war ein schockierender, aber notwendiger Blick auf die Gefahren, die mit einem riskanten Verhalten im Straßenverkehr einhergehen“, teilt die Marienschule mit. Anschließend folgten persönliche Berichte der Einsatzkräfte und des Unfallopfers Sonja Graskemper. Sie schilderte, wie ein Verkehrsunfall vor 16 Jahren ihr Leben nachhaltig veränderte. Mit offenen Knochenbrüchen, komplexen Hauttransplantationen und weiteren Operationen wurde das Leben nicht nur für sie, sondern auch für ihre Familie zur Herausforderung. „Monate im Rollstuhl und das Leben mit einer Schwerbehinderung haben meine Perspektive auf die Welt grundlegend verändert“, erklärte sie.
Bewegend beschrieb Notfallseelsorgerin Heike Gösmann wie der Moment, in dem sie einer Familie die Nachricht über den Tod ihrer Tochter überbringen musste, alles auf den Kopf stellte. „Es ist etwas anderes, ob man in der Zeitung von einem Verkehrsunfall liest oder von betroffenen Menschen persönlich hört, wie ein Unfall ihr Leben verändert hat“, waren sich die Schüler einig.
Text und Foto: Der Patriot - Lippstädter Zeitung