07 Mär '26
Im Ehrenamt nicht mehr zu schaffen: Kreisbrandmeister soll künftig hauptamtlich arbeiten
Thomas Wienecke geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Kreisbrandmeister soll im Herbst starten. Die enorm gewachsenen Aufgaben sind im Ehrenamt künftig nicht mehr zu leisten.
17 Jahre lang war er, wenn es sein musste, rund um die Uhr für die Menschen im Kreis Soest im Einsatz. Sein Nachfolger soll noch in diesem Jahr, zu dessen Ende Kreisbrandmeister Thomas Wienecke in den Ruhestand geht, hauptamtlicher Chef der 14 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Soest werden.
Ohne Gegenstimmen hat jetzt der Vorschlag der Kreisverwaltung den Ausschuss für Rettungs- und Ordnungsangelegenheiten passiert, zum Herbst des Jahres einen hauptamtlichen Kreisbrandmeister unter Vertrag zu nehmen. Der Kreis Soest ist ohnehin einer der wenigen, in dem dieser Posten noch ehrenamtlich ist. Von den 31 Kreisen in NRW haben 25 einen hauptamtlichen Kreisbrandmeister, unter anderem auch die Nachbarkreise Hochsauerlandkreis, Unna und Märkischer Kreis.
Nachfolge für Kreisbrandmeister: Abschied auf eigenen Wunsch
Wienecke scheidet zum Ende des Jahres auf eigenen Wunsch aus. „Ich brenne nach wie vor für die Feuerwehr“, sagte er den Ausschussmitgliedern. Aber er habe sich vorgenommen, dass mit 65 Schluss ist. Auch er plädierte dafür, seinen Nachfolger im Hauptamt zu beschäftigen, die Fülle der Aufgaben sei über die vergangenen Jahre stark gewachsen. Im Ehrenamt sei das auf Dauer nicht zu leisten. So äußerten sich auch seine Stellvertreter Meinhard Reinecke und Ralf Schwane. Reinecke: „Der Vorschlag hat die volle Unterstützung aus der Feuerwehr.“
Zumal, so führt es auch die Verwaltungsvorlage aus, sich „die Anforderungen an die Leitung des Feuerwehrwesens“ in den vergangenen Jahren „erheblich erweitert“ haben. Die Komplexität der Vorplanungen im Katastrophenschutz sei durch Extremwetter, Energiekrisen und Pandemien gestiegen, nennt die Verwaltung unter anderem als Beispiel.
„Es ist schon fast ein Wunder, dass Thomas Wienecke das im Ehrenamt geschafft hat“, sagte Marianne Schobert (SPD) und fügte, wie auch weitere Ausschussmitglieder, gleich hinzu, welche Qualifikation Wieneckes Nachfolger neben aller fachlichen Eignung mitbringen müsse: „Im Hauptamt muss jemand sein, der einen Draht zum Ehrenamt hat.“
Die Verwaltung ist auf gleicher Linie. Ricarda Oberreuter, Dezernentin Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr: „Es muss jemand sein, der das Ehrenamt lebt. Das ist kein Bürojob von 8 bis 17 Uhr.“ Auch für Wienecke gehörten schließlich Wochenenden und Zeiten, wenn andere Feierabend haben, zum Ehrenamtsalltag.
Der Vorschlag der Verwaltung lässt entsprechend bereits Inhalte der Stellenausschreibung anklingen. Man wolle einen Kandidaten gewinnen, der über weitreichende Erfahrung in der ehrenamtlichen Leitung von ehrenamtlichen Kräften verfüge. Es benötige weiterhin eine starke Verbindung in das Ehrenamt sowie eine Präsenz im Ehrenamt in den Abendstunden und am Wochenende.
Nachfolge für Kreisbrandmeister: Stelle schon bald ausgeschrieben
Um einen möglichst umfangreichen Wissenstransfer zwischen Wienecke und seinem Nachfolger sicherzustellen, soll die Verwaltung das Stellenbesetzungsverfahren schon im ersten Halbjahr in Angriff nehmen und abschließen. Die zusätzliche Stelle – voraussichtlich ab Herbst – wird dann zunächst außerplanmäßig besetzt und ab 2027 als Planstelle im Stellenplan eingerichtet sein.
Nach dem einstimmigen Votum im Fachausschuss muss der Vorschlag der Verwaltung noch den Ausschuss für Personal (12. März) und den Kreisausschuss (19. März) passieren. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 26. März.
Text und Foto: Soester Anzeiger