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Löschzug 4

Löschgruppe Hörste

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, wahrscheinlich aber schon viel früher, gab es in Hörste und Garfeln bereits Geräte zur Bekämpfung von Bränden und Feuersbrünsten. Davon zeugt das alte Spritzenhaus in Garfeln, das in der Inschrift seines Fachwerks die Jahreszahl 1848 trägt; oder auch das Spritzenhaus in Hörste, welches an der Nordseite der Kirche stand und im Jahre 1866 abgerissen wurde.

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, wahrscheinlich aber schon viel früher, gab es in Hörste und Garfeln bereits Geräte zur Bekämpfung von Bränden und Feuers-brünsten. Davon zeugt das alte Spritzenhaus in Garfeln, das in der Inschrift seines Fachwerks die Jahreszahl 1848 trägt; oder auch das Spritzenhaus in Hörste, welches an der Nordseite der Kirche stand und im Jahre 1866 abgerissen wurde. Zu dieser Zeit bestritten die Dorfbewohner ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch Ackerbau und Viehzucht auf ihren heimatlichen Feldern und Wiesen. In der Dorfgemeinschaft war die Hilfeleistung besonders in Notfällen eine Selbstverständlichkeit, die einer weiteren Regelung nicht bedurfte. Bei Ausbruch eines Brandes genügte es, wenn entsprechendes Löschgerät im Spritzenhaus vorhanden war. Tatkräftige Männer waren im Ernstfall zur Stelle. Durch diese Bereitschaft und nach dem damaligen Stand der Technik war auf dem Lande die Ausbildung und Schulung von Feuerwehrmännern nicht erforderlich.

Erst in unserem Jahrhundert, gegen Mitte der dreißiger Jahre, als alle Verbände und Vereine "erfasst" und "organisiert" wurden, bildeten die Gemeinden auf höhere Anweisung hin Feuerlöschgruppen. Das „Dritte Reich“ schuf nämlich eine völlige Neuordnung des Feuerlöschwesens. Die Feuerlöschordnung vom 15.12.1933 bestimmte, dass in allen Orten freiwillige Feuerwehren aufzustellen seien. Auch im Amt Boke wurde die neue Regelung als bald durchgeführt.
1934 wurde unter dem damaligen Gemeindevorsteher Wilhelm Deimel sen. die Freiwillige Feuerwehr mit Josef Schmidt (+) als Brandmeister gegründet.
Folgende Männer waren die Mitbegründer der Löschgruppe:

Carl Büttner, stellvertretender Brandmeister
Anton Brockmann
Georg Hamschmidt
Anton Heitmann
Stefan Schäfermeier
Josef Schrewe
Anton Laumann
Ludwig Sengeling

Als Löschgerät stand eine handbetriebene Druckspritze zur Verfügung. Das Löschwasser musste mit Ledereimern eingefüllt werden, da damals eine Ansaugvorrichtung am Spritzgerät noch nicht vorhanden war. 1935 wurde diese Spritze, deren Räder noch auf Holzachsen liefen, durch ein ebenfalls von Pferden gezogenes Gerät mit Saug- und Druckpumpe, Fabrikat Babenhausen ersetzt.
1938 wuchs die Freiwillige Feuerwehr auf eine Stärke von 18 Mann. Durch die Erweiterung formierte sich aus der Löschgruppe ein Halblöschzug. Es ist anzunehmen, dass diese Maßnahme unter dem Gesichtspunkt des Luftschutzes von den Behörden gefordert wurde. So übernahm dann auch während des Krieges die Freiwillige Feuerwehr den Luftwarndienst für die Gemeinde Hörste mit dem Sitz im damaligen Hause Leising an der Bahnecke. Luftwarnung und Alarm wurden von einem Feuerwehrmann auf dem Fahrrad durch Signalhornblasen an mehreren Stellen im Ort ausgelöst.
1939 wurde der Brandmeister Josef Schmidt zunächst zum Militärdienst eingezogen und später dienstverpflichtet. Von diesem Zeitpunkt an übernahm Josef Wienekemeyer vorübergehend die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr in Hörste, bis auch er Soldat wurde.
1940 folgte ihm Wilhelm Deimel jun. als Führer der Löschgruppe. Wegen seiner Unabkömmlichkeit trat ein Wechsel in der Führung während des Krieges nicht mehr ein.
1946 wählten die Ortschaften aufgrund eines Beschlusses des damaligen Kontrollrats der Militärregierung eigene Gemeindevertretungen. Da der politische Fortschritt der auch die Aufstellung Freiwilliger Feuerwehren zuließ, übernahm Franz Klaus den Aufbau der Hörster Löschgruppe als Brand-meister. Später schlossen sich auch Garfelner Bürger der Hörster Wehr an.
1950 erhielt die Löschgruppe ihre erste Motorspritze, Fabrikat Rosenbauer. Für den Transport des Gerätes zum jeweiligen Einsatzort stellte sich Franz Stratmann- Boele mit seinem Traktor zur Verfügung.
Zur besseren Unterbringung der Spritze wurde das etwa um die Jahrhundertwende erbaute Hörster Spritzen-haus in drei nebeneinander liegende Fahrzeugboxen umgebaut.
1951 besuchte Franz Klaus die Feuerwehrschule in Warendorf und wurde im Anschluss daran Brandmeister.
1958 gab die Feuerlöschgruppe Hörste die Rosenbauer-Motorspritze an die Amtsfeuerwehr in Salzkotten zurück. Als Ersatz erhielt sie dafür eine Typ TS 8/8 mit VW-Motor auf Anhänger.
1959 feierte die Freiwillige Feuerwehr Hörste ihr 25-jahriges Bestehen.
1963 erhielt die Löschgruppe einen VW- Bulli als Löschfahrzeug, ausgerüstet mit dem Löschgerät TS 8. Damit entfiel der Transport der Spritze mit dem Traktor.
In diesem Jahr wurde ferner der Grundstein für das neue Gerätehaus mit Wohnung für den Gerätewart gelegt.
1964 im September erfolgte die Fertigstellung und feierliche Übergabe des Gebäudes. Der auf der Feuerwehrschule ausgebildete Gerätewart Stefan Dirks übernahm das Gerät und zog in die Wohnung ein. Hinter dem Gerätehaus wurde im Sudhofsgraben ein Stauwehr zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung gebaut.
1970 konnte mit Zuschuss aus der Feuerlöschsteuer im Ortsteil Öchtringhausen auf dem Hof Harke ein Feuerlöschteich angelegt werden. Im selben Jahr wurde Brandmeister Paul Holthöfer stellvertretender Wehrführer.
1971 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hörste auf Betreiben des Wehrführers Franz Klaus, der seit 1960 auch stellvertretender Amtsbrandmeister war, mit einem Tanklöschfahrzeug TLF 16 ausgerüstet. Durch eine Serie von fünf Bränden in einer Woche, aber auch durch die zentrale Lage von Hörste, war diese Maßnahme notwendig geworden.
1972 erlitt der Wehrführer Franz Klaus durch einen Arbeitsunfall schwere Verletzungen. Von diesem Zeitpunkt an übernahm sein Stellvertreter Paul Holthöfer die Führung der Wehr.
1974 feierte die Freiwillige Feuerwehr Hörste ihr 40-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde die neue Standarte mit einer Darstellung der heiligen Agatha als Patronin der Feuerwehr eingeweiht. Paul Holthöfer wurde zum Oberbrandmeister befördert.
1975 bewirkte die kommunale Neuordnung, dass die Löschgruppe Hörste, die bis dahin zum Amt Salzkotten- Boke gehörte, der Stadt Lippstadt zugeordnet wurde.
1978 wurden durch den Anschluss des Ortsteils Hörste an die städtische Wasserversorgung an den notwendigen Stellen im Ort Feuerlöschhydranten eingebaut.
1981 Gerätewart Stefan Dirks wurde nach erreichen des 60. Lebensjahr in die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr übernommen.
1982 wurde Antonius Corsmeier zum stellvertretenden Löschgruppenführer ernannt.
1983 Franz Klaus, Altwehrführer und Oberbrandmeister, wird in die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr übernommen. Antonius Coersmeier wird nach bestandenem Lehrgang in Münster Brandmeister befördert.
1984 feierte die Löschgruppe Hörste ihr 50-jähriges Jubiläumsfest am 25. und 26. September. Zu diesem Anlass wurde das Gerätehaus renoviert. Sie bestand zu dieser Zeit aus 38 aktiven Feuerwehrmännern.
1985 beschließt der Rat der Stadt Lippstadt die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Hörste.
1986 im Juli erhielt die Löschgruppe ein neues Tanklöschfahrzeug vom Type TLF 8/18.
1988 wird mit einem Tag der offenen Tür am 10. Dezember der Anbau am Gerätehaus eingeweiht. Außerdem erhielt die Löschgruppe Hörste in diesem Jahr ein neues Fahrzeug vom Type TSF ( Tragkraftspritzenfahrzeug ).
1991 wurde Oberbrandmeister Antonius Corsmeier stellvertretender Zugführer des Zuges 5 (heute Zug4).
1993 wurde OBM Antonius Corsmeier zum Zugführer des Zuges 5 (heute Zug4) gewählt. Nach Ausscheiden des stellvertretenden Löschgruppenführers Antonius Corsmeier trat Unterbrandmeister Jürgen Köhler an dessen Stelle.
1994 feiert die Feuerwehr Hörste ihr 60jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Die Löschgruppe besteht zurzeit aus 38 aktiven Feuerwehrmännern.
1996 wird Jürgen Köhler neuer Löschgruppenführer, sein Vertreter wird Franz-Josef Wieneke. Gleichzeitig wechselt Löschgruppenführer Oberbrandmeister Paul Holthöfer in die Alters- und Ehrenabteilung. In diesem Jahr veranstaltet die Löschgruppe Hörste auch zum ersten Mal ein Osterfeuer.
1999 Die Löschgruppe erhält einen Rüstwagen RW2 der bis dahin in der Kernstadt, sowie in der Löschgruppe Lipperbruch in Dienst stand. Baubeginn der Heimatstube, die oberhalb der Fahrzeughallen, in der früheren Wohnung des Gerätewartes, entsteht.
2001 5 neue Kameraden nehmen mit Erfolg am Grundlehrgang in der Stadt Lippstadt teil. Thomas Holthöfer wird zweiter stellvertretender Löschgruppenführer.
2002 wurde in Eigenleistung und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Lippstadt der Vorplatz am Gerätehaus sowie die Fahrzeughalle renoviert. Am 16 Juni wird beim Tag der offenen Tür ein Gedenkstein der Feuerwehr eingeweiht. Die Löschgruppe zählt in diesem Jahr 38 aktive Kameraden.
2003 Der Löschgruppe Hörste wird ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Type LF8/6 am 18. März von der Stadt Lippstadt übergeben und zeigt dies dem Dorf am 16. Juni mit einem Tag der offenen Tür. Die Löschgruppe besteht zu diesem Zeitpunkt aus 41 aktiven Kameraden und 7 Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung. 2004 Thomas Holthöfer wird nach bestandenem F3 Lehrgang zum Brandmeister befördert. Nach 3 Jahren findet wieder ein Feuerwehr- Winterball im Gasthof "Zur Schwalbe" statt.
2005 ist geprägt vom Kreisschützenfest, wobei die Löschgruppe Hörste tatkräftig mitgeholfen hat, damit dieses Riesenevent ohne Probleme über die Bühne geht. Unter der Gesamtleitung von Antonius Coersmeier waren zahlreiche Kameraden von Freitag bis Montag im Einsatz, um in Parkplätze einzuweisen, Straßen zu sperren und um den Brandschutz zu gewährleisten. Das Gerätehaus bekommt einen neuen Anstrich.
2006 Hörste wird 1125 Jahre. Auch die Löschgruppe Hörste beteiligt sich an dem Jubiläum im Septermber. Hinter dem Gerätehaus entsteht ein Holzunterstand. Bei Schmidts auf dem Herlar brannte in der Nacht zum 22.04 das komplette Obergeschoß. Es waren 3 Löschzüge und die Wachbereitschaft im Einsatz.
2007 Nach bestandenem F3 Lehrgang am Institut der Feuerwehr in Münster wird Olaf Deimel zum Brandmeister befördert. Das Pflaster hinter und neben dem Gerätehaus wird erneuert. Außerdem wird die Herrentoilette renoviert. Das Sturmtief "Kyrill" beschert der Löschgruppe einsatzreiche Tage im Januar. Durch starke Regenfälle im August gibt es ein Hochwasser. Die Löschgruppe ist mehrere Tage im Einsatz.
2008 wird Thomas Holthöfer zum Gruppenführer ernannt. Seine Stellvertreter werden Olaf Deimel und Patrick Renkamp. Jürgen Köhler wird zum Zugführer des Zuges 4 gewählt. Die Löschgruppe besteht zurzeit aus 44 Feuerwehrmännern.

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