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01 Feb '19

Brandheißes Jahr bricht alle Einsatzrekorde der Feuerwehr

Retten, löschen, bergen, schützen: Die heimischen Wehrleute sind mehr und mehr gefordert. Und wie: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Einsatz-Zahl von 816 auf 1310 – ein Anstieg von sage und schreibe 61 Prozent: Rekord!

Lippstadt – Das und vieles mehr hat Wehrführer Bernd Peterburs am Freitagabend bei der jährlichen Dienstbesprechung in Eickelborn berichtet. Ein Überblick in Zahlen zum heißesten Wehr-Jahr der Stadtgeschichte.

182 Brände notierte die Wehr in 2018, davon sechs Fahrzeug-, neun Großbrände, 14 Mittel-, 153 Kleinbrände und Brandvermutungen. Im Vorjahr waren es im Ganzen noch 38 Brände weniger.

212 mal schrillten die Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet und damit nicht ganz so oft wie in 2017 (218).

916 technische Hilfeleistungen erbrachten die Wehrleute. Einsamer Spitzenreiter in dieser Kategorie: Sturm- und Wasserschäden sowie sonstige Gefahrenbeseitigungen mit 517. Menschen wurden 78 mal aus einer Notlage befreit, Tiere 43 mal. Dazu kamen 22 Unfall-Einsätze.

3,5 mal pro Tag rückten die Retter im Schnitt aus.

59 Fahrzeuge hat die Wehr aktuell in ihrem Bestand, davon 18 Löschfahrzeuge, fünf Rüst- und Gerätewagen, neun Manschaftstransportfahrzeuge, acht Rettungswagen, zwei Anhänger und drei Boote.

393 Wehrleute sind derzeit in der Feuerwehr Lippstadt aktiv, 144 in der Ehrenabteilung. Die Jugendfeuerwehr Kernstadt hat 25 Mitglieder, die in Lipperode 19. Dazu kommen noch 86 hauptamtliche Kräfte.

120 Einsätze notierte die Wehr allein am Orkantief-Tag „Friederike“ (18. Januar). Der letzte Einsatz an diesem Tag konnte um 21 Uhr beendet werden. Insgesamt waren 135 Einsatzkräfte der Feuerwehr Lippstadt im Einsatz. Unterstützung gab es von 40 Mitarbeitern des Baubetriebshofes und zehn Mitarbeitern des Ordnungsamtes.

4 Stunden war die Wehr am 28. Februar am Lipperoder Birkenbruch im Einsatz. Dort stand das Sportheim des TuS lichterloh in Flammen. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil das Löschwasser durch Minusgrade sofort gefror.

230 Einsätze, also eine wahre „Flut“ an Hilfeleistungen, notierte die Wehr am 1. Juni durch einen Starkregen. Zum zweiten Mal im letzten Jahr wurde nach „Friederike“ Wehralarm ausgelöst. Da die eigenen Feuerwehrkräfte nicht ausreichten, wurde um 22 Uhr ein Löschzug der Feuerwehr Geseke und ein Löschzug aus Anröchte sowie das THW aus Lippstadt angefordert. Einsatzschwerpunkte waren der Lippstädter Süden, Overhagen, Benninghausen und Eickelborn. Insgesamt waren in Lippstadt 300 Kräfte im Einsatz.

2 Einsätze blieben im öffentlichen Bewusstsein besonders haften: die beiden Großbrände im Gewerbegebiet Am Wasserturm (Hartschaum, 26. Juli, und bei Deal, 2. August).

1000 Einsätze hatte die Wehr bereits am 12. August auf der Uhr: ein absoluter Rekord in der 155-jährigen Geschichte der Lippstädter Feuerwehr.

12?648 Einsätze hatte in 2018 der Lippstädter Rettungsdienst. Daraus ergibt sich ein Einsatzaufkommen von rund 35 Einsätzen am Tag (leicht mehr als im Jahr 2017).

Nicht nur aufgrund der vielen Einsätze sei das Jahr 2018 für die heimische Wehr besonders gewesen. Erstmals in der 155-jährigen Geschichte sei auch Wehralarm ausgelöst worden, und das gleich zweimal, zog Wehrführer Bernd Peterburs am Freitagabend Bilanz. Sein Dank galt bei der jährlichen Dienstbesprechung allen Kameraden und Beteiligten. Und auch den Arbeitgebern, die die Kameraden für die vielen Einsätze freigestellt hätten.

Der lang ersehnte Digitalfunk soll in diesem Jahr flächendeckend im Kreis eingeführt werden, probeweise liefe dieser derzeit bereits im Rettungsdienst. Die Leistungsnachweise finden in diesem Jahr in Erwitte und Möhnesee statt. Bürgermeister Christof Sommer berichtete am Freitagabend in Eickelborn schließlich noch, dass das Feuerwehr-Gerätehaus in Bökenförde noch in diesem Jahr fertig werden soll. Und: Bis 2023 würden 5,5 Millionen Euro in neue Einsatzfahrzeuge investiert.

Quelle: Der Patriot - Lippstädter Zeitung