Feuerwehrstützpunkt West (LG Lohe, Benninghausen, Eickelborn)

Historie
Aus dem ehemaligen Hallen- und Freibad Eickelborn ist nun nach rund 18-monatiger Umbauzeit ein moderner Stützpunkt für die drei Löschgruppen, die innerhalb der Stadt Lippstadt den Löschzug 6 bilden, entstanden.

Sehr groß war das Interesse der Bevölkerung an der Übergabe und Einweihung des mit modernster Technik ausgestatteten Feuerwehrgebäudes. Nachdem Guido Pfahlberg, Zugführer des Zuges 6 und "Hausherr", vor zahlreichen Ehrengästen und Vertretern von vielen Löschgruppen aus dem gesamten Kreisgebiet die Feierstunde eröffnet hatte, schilderte Michael König, ehemaliger Zugführer des Zuges 6, den Gästen den Werdegang vom früheren Schwimmbad zum Wehr-Stützpunkt.

"2000 Stunden Eigenleistung wurden von den Feuerwehrkameraden erbracht, dafür danke ich ganz besonders " so König, der den neuen Stützpunkt in höchsten Tönen lobte. "Es ist ein Haus entstanden, um den optimalen Brandschutz zu gewährleisten."

Bürgermeister Christof Sommer bestätigte, dass die investierten 1,25 Millionen Euro "richtig angelegt" seien. "Wir verfügen jetzt über einen Zweckbau mit modernster Technik, was bisher noch nicht vorhanden war. Dies ist ein deutlicher Sicherheitsgewinn", so der Bürgermeister. Dank richtete Sommer allen aus, die an der Errichtung des neuen Dienstgebäudes beteiligt waren. Lob sprach er den Feuerwehrkameraden aus, die in ihrer Freizeit wertvolle Arbeit leisteten.

Hubert Diederich, Wehrführer der Stadt Lippstadt, und Kreisbrandmeister Thomas Wienecke schlossen sich den Gratulanten an. Der Kreisbrandmeister sagte dabei, dass dieses moderne Haus für viele Löschgruppen des Kreises durchaus eine mögliche Denkoption sei.

Die beiden Ortsvorsteher Anton Herbst (Eickelborn) und Josef Franz (Benninghausen) beglückwünschten ebenfalls die Brandschützer.

Pastor Reinhard Albersmeier nahm schließlich die Einsegnung des Feuerwehrstützpunktes vor. Alsdann überreichte der Bürgermeister den Original-Schlüssel zum neuen Domizil an Wehrführer Hubert Diederich, der diesen freudestrahlend sogleich an den "neuen Hausherrn", Zugführer Guido Pfahlberg, weitergab.

Zahlreiche Vertreter der anwesenden Löschgruppen sowie Vertreter von Vereinen und Institutionen übergaben Präsente. Musikalisch begleitet wurde das "kleine Volksfest" in Eickelborn vom Eickelborner Spielmannszug.

vom Hallenbad zum Feuerwehrstützpunkt
Im Rahmen der umfangreichen Umbauarbeiten wurde das ehemalige Gebäude des Hallen-Freibades Eickelborn, welches zum 31.12.1996 nach fast 20-jähriger Nutzungszeit aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde, zu einem modernen Feuerwehrstützpunkt umgebaut. Nach der Schließung des Hallen-Freibads war es der Stadt trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, einen geeigneten Nachfolger für den Betrieb des Bades zu finden.

Auch das durch einen örtlichen Investor erarbeitete Folgekonzept zur Wiederaufnahme eines Badebetriebs konnte aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisiert werden. Aus den gleichen Gründen scheiterte die Übernahme des Bades durch eine Eickelborner Bürgerinitiative.

Der aus Sicherheitsgründen zwischenzeitlich beabsichtigte Abbruch des Hallen-Freibades wurde von der Stadt Lippstadt vor dem Hintergrund der ab 2002 geführten Diskussion über die Schaffung eines neuen Feuerwehrstützpunktes im Bereich Eickelborn jedoch aufgegeben, um das Gebäude bzw. den Standort gegebenenfalls für diese alternative öffentliche Nutzung vorzusehen.

In diesem Kontext ist zu beachten, dass die Hauptbrandlast im Westen Lippstadts von den Einrichtungen des Landschaftsverbandes (Kliniken in Benninghausen und Eickelborn) ausgeht. Dies führte in den Jahren 2001 und 2002 zu einer Prüfung, ob für die LWL-Kliniken eine Werkfeuerwehr erforderlich ist. Letztlich ergab diese Prüfung durch die Bezirksregierung, dass der LWL eine (sehr kostenintensive) Werkfeuerwehr nicht einrichten muss. Konsequenz hieraus ist aber, dass die Stadt Lippstadt als weiterhin Verantwortliche für den Brandschutz der Kliniken besondere Vorkehrungen zu treffen hat.

Tatsache ist, dass die Hilfsfrist für die Brandbekämpfung (= Eintreffen der Einsatzkräfte innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nach Alarmierung am Brandort) durch die hauptamtlichen Kräfte, die von der Hauptwache in der Kernstadt ausrücken müssen, aufgrund der Entfernung nicht gewährleistet werden kann. Somit sind besondere Fahrzeuge im Nahbereich zu stationieren und die Einsatzbereitschaft einer größeren Zahl ehrenamtlicher Kräfte ist zu gewährleisten. Insoweit unterscheidet sich die Situation in Eickelborn und Benninghausen grundlegend von den Gegebenheiten in anderen Ortsteilen, in denen kleiner dimensionierte Feuerwehrgerätehäuser genügen.

Dies führte im Ergebnis dazu, dass die Stadt Lippstadt gehalten war, in Eickelborn selbst einen "Feuerwehrstützpunkt West" zu errichten, der die unzureichenden Feuerwehrgerätehäuser in Eickelborn und Benninghausen ersetzt und die Löschgruppen Eickelborn, Benninghausen und Lohe räumlich zusammenführt.

Dabei bot sich auch unter Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Weiterverwendung von bestehenden Ressourcen das zwischen Benninghausen und Eickelborn gelegene Grundstück des Hallen-Freibades an. Nach Abriss aller Nebengebäude wurde die ehemalige Schwimmhalle nun in ein modernes Feuerwehrgerätehaus umgebaut.

In dem neuen Feuerwehrstützpunkt befindet sich im Erdgeschoss eine rd. 300 qm große Fahrzeughalle, die Platz für fünf Einsatzfahrzeuge bietet. Zukünftig werden dort eine Drehleiter mit Rettungskorb (DLK 23/12), zwei Löschgruppenfahrzeuge (LF 16/12, LF 8), ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8/18), ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und ein Mannschaftsportwagen (MTW) sowie ein Feuerwehrboot stationiert. Die Fahrzeuge stehen den rd. 80 ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen der Löschgruppen Benninghausen, Eickelborn und Lohe zur Verfügung.

Daneben gibt es ausreichend große Umkleideräume mit Spinden, sanitäre Anlagen für Damen und Herren, eine Werkstatt sowie einen 102 qm großer Schulungsraum mit Küche.

Formal behalten die drei Löschgruppen, die gemeinsam den Löschzug 6 bilden, ihre Eigenständigkeit. Um dem gerecht zu werden, sind für jede Löschgruppe angrenzend an die Fahrzeughalle ein eigener Lagerraum sowie ein Büro im Obergeschoss vorgesehen. Das Gebäude ist rd. zu einem Drittel zweigeschossig. Im Obergeschoss befinden sich neben den Löschgruppenbüros ein Reserveraum (z. B. für eine mögliche Jugendfeuerwehr) sowie eine Einliegerwohnung. Diese Wohnung ist an einen Feuerwehrkameraden vermietet und wurde aus Gründen des Objektschutzes aufgrund der etwas abgelegenen Lage des Gebäudes vorgesehen.