13 Aug '10
Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Feueralarm am späten Freitagabend in Bettinghausen. Der rund 200 Jahre alte Hof von Ulrich Dalhoff in Bettinghausen steht in Flammen.
Das Feuer droht auf zwei Nachbargebäude überzugreifen, in der Stallung wird noch eine Person vermisst. Gottlob nur eine Übung, die allerdings den beiden eingesetzten Wehren aus Bettinghausen und Lohe einiges abverlangt.
Für Kai Imhof, Leiter im Abschnitt Bettinghausen steht zunächst die Suche und Rettung des Vermissten im Vordergrund der Arbeit. Gleich zwei Trupps unter Atemschutz sind dafür in der Scheune beschäftigt.
Für die Brandbekämpfung werden von der Bettinghauser Löschgruppe 125 Meter Schlauch verlegt und mit Hilfe einer Motorpumpe der Wasserdruck des Hydranten verstärkt. Schon nach kurzer Zeit schützt eine dichte Wasserwand die beiden gefährdeten Wohnhäuser.
Nicht genug Wasser im Bach, Aufstauen oder im Bachbett ein Loch graben, für Stefan Diederich, der den Loher Abschnitt leitet ist auch diese Lageänderung kein großes Problem. Eine kurze Anweisung an seine Truppe und schon nach wenigen Minuten fördert auch die Loher Pumpe zur Brandbekämpfung Wasser. Nun werden noch 250 Meter an Schlauch verlegt, bevor aus den fünf Strahlrohren der beiden Löschgruppen Wasser gegen die immaginären Flammen schießt.
Ein Trupp aus Lohe, ausgestattet mit Atemschutzgeräten wartet als Rettungstrupp auf seinen Einsatz. Koordiniert wird der Einsatz aus dem erst vor wenigen Monaten von der Stadt Lippstadt angeschafften Mannschaftstransportfahrzeug, das Dank zusätzlicher Ausstattung hier als Einsatzleitwagen in Aktion tritt.
Feuer gelöscht, der Vermisste gerettet, im Ernstfall wäre durch den schnellen und präzisen Einsatz der Ehrenamtler ein unersetzlicher Schaden verhindert worden, denn die Ursprünge des Hofs Büse gehen bis in das 12 Jahrhundert zurück.
Nicht ganz so alt sind die beiden Löschgruppen, aber auch sie feiern im Jahr 2011 ihren 100 jähriges Bestehen. Die Loher übrigens am 6. Mai 2011, wie Stefan Diederich erzählt. Die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten laufen in beiden Orten bereits jetzt auf Hochtouren.
Seit nunmehr drei Jahren gibt es diese erfreuliche Zusammenarbeit der beiden Wehren. Die grenzen zwar räumlich aneinander, sind allerdings kommunal getrennt. Bettinghausen gehört nach Bad Sassendorf, Lohe nach Lippstadt. Dritter im Boot der überörtlichen Zusammenarbeit ist die Löschgruppe in Ostinghausen. Die Löschgruppe Lohe hält zu beiden Wehren einen guten Kontakt.
Immerhin 26 Frauen und Männer sind es, die an diesem Abend den gemeinsamen Einsatz an einem anspruchsvollen Objekt trainieren und im Anschluss am Feuerwehrhaus in Bettinghausen eine äußerst wertvolle Freundschaft pflegen. Lippstadt´s Feuerwehrchef Hubert Diederich, der vor Ort den Einsatz verfolgt, lobte den gemeinsamen Einsatz der beiden Löschgruppen.
Bericht und Fotos:
Dieter Dreier (Feuerwehr Lippstadt)