14 Mai '12

Kinder in Krisen auffangen

Bis auf den letzten Platz ausgebucht war der diesjährige und mittlerweile 14. Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention.

Das Thema „Psychosoziale Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen“ hatte mehr als 400 Einsatzkräfte und Verantwortliche nach Erfurt gelockt. Unter ihnen auch fünf Teammitglieder der Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge.

Vom 11. bis 13. Mai fanden unter der Schirmherrschaft des Thüringer Innenministers Jörg Geibert zahlreiche Workshops und Vorträge statt, bei denen Birgit Ahle (Feuerwehr Warstein), Heike Gösmann (Feuerwehr Lippstadt), Michael Nagelmeier (Feuerwehr Geseke) Georg Heidebauer und Franz-Josef Wigge (beide THW Lippstadt) wertvolle Impulse für ihre Arbeit mit betroffenen Kindern sammeln konnten.

So ging es zum einen um das kindliche Erleben im Zusammenhang mit Unfällen, Tod und Trauer, um Rituale, die Schuldfrage, den Umgang mit Medien, aber auch um die Vernetzung von Krisenintervention und Schulseelsorge, die Zusammenarbeit mit der Polizei und die Begegnung mit Unfallverursachern.

Fachreferenten aus ganz Deutschland und Österreich schulten die Teilnehmer in psychosozialer Akuthilfe und vermittelten Einblicke in die therapeutische Arbeit mit traumatisierten Kindern. Wichtiger Aspekt des Bundeskongresses war die Vernetzung aller an Notfallszenarien beteiligter Fachdienste, um die bestmögliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen gewährleisten zu können.

„Mit einem reichen Schatz neuer Erkenntnisse kehren wir zurück“, betont Heike Gösmann den Wert des Bundeskongresses. „Wir lernen nie aus, wie wir Kinder in Krisen bestmöglich auffangen können.“ Auch seien viele Kontakte geknüpft worden, die das Netzwerk erweitern, ergänzt die Koordinatorin der Notfallseelsorge Soest-Ost.

Schon jetzt steht für die Einsatzkräfte der Arbeitsgemeinschaft fest, dass sie auch beim nächsten Bundeskongress dabei sein werden. Dieser findet im Juni 2013 in Hamburg statt – in der Hansestadt wird dann auf dem Campus der Feuerwehr das Thema „Schuld“ Schwerpunkt sein.

Text: Heike Gösmann (Feuerwehr Lippstadt)

Fotos: Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge

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