06 Mai '12
Brandschützer aus dem Kreisgebiet messen sich bei Leistungsnachweisen
„Gut Schlauch“ lautet ein bekanntes Grußwort in Feuerwehrkreisen -und geschlaucht sein dürften auch die knapp 1000 Teilnehmer der diesjährigen Leistungsnachweise des Kreisfeuerwehrverbands Soest, die am Samstag auf dem Sportplatz in Esbeck ihr Können unter Beweis gestellt haben.
Der Wettergott hatte es mit den Feuerwehrmännern und -frauen wirklich nicht gut gemeint. Als seien die vier Disziplinen, die zu absolvieren sind, nicht schon anstrengend genug, wurden die Übungen zusätzlich durch das ungemütliche Wetter erschwert. Bei durchgängigem Regen stapften die Teilnehmer in ihren schweren Uniformen über die Übungsflächen und hatten dabei auch mit dem rutschigen Boden zu kämpfen. Der Stimmung unter den Teilnehmern tat das allerdings keinen Abbruch, sind die alljährlichen Leistungsnachweise doch ein Highlight im Feuerwehralltag.
„Das macht immer jede Menge Spaß“, sagte auch Thomas Otte, Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Esbeck, die Ausrichter in diesem Jahr war und stattliche 99 Gruppen aus dem Kreisgebiet willkommen hieß: „Bedenkt man, dass bei dem zweiten Termin im Juni nochmals ungefähr 70 Gruppen antreten werden, ist das schon ein gutes Ergebnis“, verwies Christian Dicke, Pressesprecher der Feuerwehr Lippstadt, auf den zweiten Teil der Leistungsnachweise, die am Samstag, 2. Juni, in Anröchte stattfinden.
Am Samstag in Esbeck galt es aber erst einmal für die anwesenden Gruppen, das Gelernte aus den zahlreichen Übungsabenden umzusetzen. Los ging es für jede Truppe - die einzelnen Löschgruppen konnten mehrere Gruppen mit neun bis zehn Personen stellen - mit dem Löschangriff. Dabei wurde eine Löschsituation simuliert, bei der jedes Teammitglied eine bestimmte Aufgabe zu erledigen hat. Ziel der Übung war es, in möglich kurzer Zeit das Wasser aus einem Löschwasserbehälter durch die Schläuche auf ein Ziel zu richten, das ungefähr 60 Meter entfernt aufgestellt ist:
„Der Löschwasserbehälter dient in diesem Fall dem Übungszweck. Normalerweise holen sich die Feuerwehrleute das Wasser aus einem offenen Gewässer“, erklärt Thomas Otte. Wenn das Wasser dann mittels Pumpe auf die Schläuche verteilt wurde, heißt es „Wasser marsch“ und die Aufgabe ist erledigt. Ein Schiedsrichter bewertet anschließend, ob den Teilnehmern Fehler unterlaufen sind: „Wenn beispielsweise vergessen wird, das Blaulicht anzuschalten, ist das schon ein Fehler“, erläutert Christian Dicke.
Erschöpft vom anstrengenden Löschangriff in voller Feuerwehr-Montur ging es dann zur Beantwortung der schriftlichen Fragen, die sich unter anderem um Sprechfunkverkehr drehten. Anschließend war die Fingerfertigkeit der Männer und Frauen gefragt, die beweisen mussten, dass sie die Knoten „Zimmermann-stich“, „Mastwurf“ und „Kreuzknoten“ beherrschen.
Zu guter Letzt stand für die Gruppen der Staffellauf an, bei dem es darum geht, verschiedene Feuerwehrutensilien an den nächsten Mann weiterzugeben. Christian Dicke wies allerdings darauf hin, dass der Staffellauf in diesem Jahr modifiziert wurde: „Sonst gab es immer noch Hindernisse, wie eine Wand und eine Röhre, die zu überwinden waren. Aus Sicherheitsgründen wurde das jedoch abgeschafft.
Quelle: Der Patriot - Lippstädter Zeitung