23 Mär '12
Einsatzübung Zug 1: Verpuffung in Fahrzeughalle forderte drei Verletzte
Feuer im Baubetriebshof an der Welserstraße. Nach einer Verpuffung steht eine Fahrzeughalle mit mehreren Müllwagen in Brand.
Drei Personen werden in dem weitläufigen Gebäude vermisst. Ein direkt vor der brennenden Halle geparkter 40 t. LKW, natürlich ohne Schlüssel, behindert den direkten Zugang der Retter. So stellt sich das Szenario dem Betrachter dar, dass Zugführer und Übungsorganisator Thomas Rotthoff für den Beginn der Sommersaison geplant und mit Hilfe von Mimen, einem LKW sowie einer Nebelmaschine in die Tat umgesetzt hatte.
Für Einsatzleiter Carsten Weltermann, dem rund 40 Wehrmänner mit sieben Fahrzeugen für die Bewältigung dieser Lage zur Verfügung stehen, eine brisante Situation, droht das Feuer doch noch auf einen Werkstattbereich überzugreifen, in dem Sauerstoff- und Acetylenflaschen stehen.
Weltermann setzt sofort den Rüstwagen ein, dessen Besatzung mit einer leistungsstarken Seilwinde den LKW aus dem Gefahrenbereich zieht. Zeitgleich rücken Angriffstrupps unter Atemschutz in die Halle vor und beginnen mit der Suche nach den Vermissten. Die ganzen Maßnahmen, von dem Innenangriff, über den Aufbau einer leistungsfähigen Löschwasserversorgung verbunden mit der Entfernung des LKW bis hin zum Ausleuchten der Einsatzstelle laufen dank der erstklassigen Zusammenarbeit der beteiligten Gruppen fast zeitgleich ab. Indessen hat die Besatzung des Einsatzleitwagens einen Funkmast errichtet. Mit dessen Hilfe ist trotz der vielen Betonbauten eine sichere Funkverbindung zu den Angriffstrupps im Gebäude möglich.
Dort ist die „Sicht gleich null“, die 15 Minuten vorher, die die Nebelmaschine mit Diskonebel die realistischen Voraussetzungen für die Übung geschaffen hat, fordern jetzt die Angriffstrupps. Die müssen fast blind auf dem Boden kriechend und tastend den Bereich nach den Vermissten absuchen. Zu ihrer eigenen Sicherheit führen sie einen Löschschlauch mit sich, mit dem zum einen das Feuer bekämpft und der zugleich eine Orientierung für den Rückweg bietet.
Vorrang hat allerdings die Rettung der Vermissten. Dafür müssen alle Behältnisse wie auch die Führerhäuser der LKW durch die Retter überprüft werden. Inzwischen hat der Rauchnebel den Werkstattbereich erreicht, auch hier löst die Brandmeldeanlage aus. Trotz der schwierigen Situation gelingt es den Atemschutztrupps, insgesamt vier sind im Laufe der Übung beteiligt, einen Vermissten nach dem anderen aus der Halle zu befreien. Einsatzleiter Weltermann unterzieht derweil die Hydranten einer Belastungsprobe.Aus drei Strahlrohren schießt jetzt das Wasser auf die imaginäre Brandstelle. Immer wieder wechseln die Männer an den Strahlrohren sich ab und trainieren den Umgang mit dem Löschgerät.
Am Ende dann zufriedene Mienen bei den Gruppen- und Zugführer. In seiner Übungskritik dankte Zugführer Thomas Rotthoff der Leitung des Baubetriebshofes für die Gelegenheit hier üben zu können. Den 40 angetretenen Frauen und Männern bescheinigte er eine schnelle und vor allem gute Arbeit. Die vorgegebenen Aufgaben wurden schnell und der Lage angepasst ausgeführt, die Gruppen, so Rotthoff hätten gut zusammen gearbeitet. Die Funkverbindungen waren stabil, die Funkdisziplin gut. Auch die Wasserversorgung sei für die Brandbekämpfung ausreichend gewesen. Rotthoff lobte den Einsatz aller Kräfte, insbesondere aber der Atemschutztrupps, die erneut eine gute Arbeit abgeliefert hätten und dankte ihnen für ihren Einsatz.
Fotos und Text: Dieter Dreier (Feuerwehr Lippstadt)