30 Jan '12

Oft Alarm auch ohne Brand

Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter der Feuerwehr. Das geht aus der Einsatzstatistik hervor, die Wehrführer Hubert Diederich am Freitagabend bei der Jahresdienstbesprechung in der Eickelborner Schützenhalle vorlegte.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Gesamtzahl der Einsätze um 60 auf 687 zu. Eine erfreuliche Entwicklung hingegen: Die Zahl der blinden und böswilligen Alarme ging drastisch zurück - von 97 im Jahr 2010 auf 11 im vergangenen Jahr.

Weitaus häufiger als im Jahr zuvor schlugen die Brandmeldeanlagen im Jahr 2011 Alarm: 257 statt 151 Mal. Allerdings war die 2010er-Zahl ein Ausreißer nach unten. „In den Jahren zuvor hatten wir immer über 200 Einsätze dieser Art, im Jahr 2009 waren es etwa 227“, so der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Christian Dicke.

35 Mal wurde die Brandmeldeanlage durch Rauch- und Staubentwicklung in Folge von Schweiß- oder Flexarbeiten ausgelöst. In solchen Fällen würden die Kosten (mitunter einige hundert Euro) den Verursachern in Rechnung gestellt, erklärte Dicke.

Alarme durch technischen Defekt von Anlagen oder böswilliges Auslösen von Druckknopfmeldern waren im Vergleich zum Vorjahr seltener, kamen aber immerhin noch 78 Mal vor.

Der voraussichtlich bald ausscheidende Wehrführer Hubert Diederich (wir berichteten) dankte allen Kräften für ihre Einsatzbereitschaft. Zwar sei die Stadt 2011 von Hochwasser verschont geblieben, wie er im Rückblick anmerkte. Jedoch hatte Diederich auch noch den Zusammenstoß eines Traktors mit einem ICE am Bahnübergang in Dedinghausen im Hinterkopf: „Hier sind wir an einer Katastrophe so eben mal vorbeigeschrammt.“

Unisono versicherte die Politik der Feuerwehr ihre Unterstützung. Bürgermeister Christof Sommer kündigte auch nach Errichtung des Stützpunktes West kontinuierliche Investitionen an. Im Frühjahr erwarte man die Auslieferung zweier Fahrzeuge. Die Landtagsabgeordnete Marlies Stotz teilte mit, das Land fördere den Erwerb des Feuerwehr-Führerscheins mit 800 Euro pro Person.

Kreisbrandmeister Thomas Wienecke ermahnte die Politik insbesondere zur Kooperation. „Das angespannte Verhältnis zwischen dem Kreis und den Kommunen darf sich nicht auf die gute, konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren unter dem Dach des Kreises auswirken.“ Synergieeffekte ließen sich etwa beim Atemschutz erzielen: Die gemeinsame Anschaffung eines Abroll-Containers mit Zusatzausrüstung für große Einsätze würde 160 000 Euro sparen, sagte Wienecke.

Quelle: Der Patriot - Lippstädter Zeitung