29 Jan '12

Bernd Peterburs soll neuer Chef der Feuerwehr werden

Überraschender Wechsel an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr:

Bei einer Anhörung in der Eickelborner Schützenhalle haben sich die Kameraden am Freitagabend mehrheitlich für Bernd Peterburs als neuen Wehrführer ausgesprochen. Feuerwehr-Chef Hubert Diederich war ebenfalls zur Wahl angetreten, unterlag aber seinem Stellvertreter.

Als Diederich gegen 20 Uhr die Jahresdienstbesprechung der Lippstädter Wehr eröffnete, war die wichtigste Entscheidung des Abends schon gefallen. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke hatte zuvor eine nicht-öffentliche Anhörung abgehalten. Im Frühjahr läuft die sechsjährige Amtszeit Diederichs aus. Deshalb wollte Wienecke sich ein Bild davon machen, wen die Brandschützer künftig an ihrer Spitze sehen wollen.

Diederich, der an diesem Sonntag 59 Jahre alt geworden ist, bewarb sich um eine Wiederwahl. Weil die maximale Altersgrenze für Führungskräfte bei 62 Jahren liegt, kandidierte er freilich nur noch für drei Jahre. Für die volle Amtszeit trat hingegen der 44-jährige Bernd Peterburs an. Als Wienecke sich nach Vorschlägen aus dem Kreis der Kameraden erkundigte, fiel sein Name.

Intern kam die Kandidatur indes nicht für alle überraschend: Peterburs soll von Kameraden darum gebeten worden sein und sich erst kurzfristig dazu durchgerungen haben. Diederich hatte er aber vor der Anhörung noch informiert.

Per Handzeichen sprach sich die Mehrheit der 321 Kameraden daraufhin für Peterburs aus - wobei das Votum deutlich genug ausfiel, dass nicht gezählt werden musste. Kreisbrandmeister Wienecke wird ihn nun dem Stadtrat zur Ernennung vorschlagen, sodass der Wechsel bald vollzogen werden kann.

Die Gründe für die Abwahl Diederichs liegen im Unklaren, zumal der Abstimmung keine Diskussion vorausging. Weder Diederich noch Peterburs wollten sich dazu äußern. Auch andere Kameraden verwiesen auf die Nicht-Öffentlichkeit der Anhörung.

Dem Vernehmen nach gab es ganz unterschiedliche Motive, für den Lipperoder Peterburs anstelle des Lohers Diederich zu stimmen.

So fühlten sich offenbar einige von Entscheidungen des Wehrführers auf den Schlips getreten, während andere ihm eher mangelnde Entschlossenheit attestierten. Wieder andere monierten, Diederich habe vor allem das 150-jährige Jubiläum der Wehr 2013 im Blick gehabt - das wäre gewiss eine lässliche Sünde.

Von einer Revolte wie noch gegen Diederichs Vorgänger Theo Neumann kann jedoch keine Rede sein. Im Gegenteil: Dass Diederich die Feuerwehr nach diesem Konflikt wieder befriedet hat, gilt allgemein als sein Verdienst. Zu seinen Erfolgen zählt ferner die Errichtung des Stützpunktes West unter Einbeziehung dreier Löschgruppen. Seinem Nachfolger übergibt er eine schlagkräftige Truppe. Der Rest ist einfach demokratische Normalität.

Quelle: Der Patriot - Lippstädter Zeitung