21 Jan '12

Drei Generationen ziehen gemeinsam an einem Strang

Opa ist stolz wie Oskar und Vati zeigt dem Sohnemann, wie ein richtiger Rettungsknoten geknüpft wird:

Die Familie Otte aus Esbeck ist mit drei Generationen bei der Freiwilligen Feuerwehr vertreten: Oberbrandmeister Franz Otte ist bei der Alters- und Ehrenabteilung, Thomas Otte ist Hauptbrandmeister und Löschgruppenführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Esbeck und der 13-jährige Johannes Otte ist seit Juli 2010 Mitglied der Jugendfeuerwehr Lipperode.

Naheliegend ist das große Interesse an der Feuerwehr in der Familie allemal. Nicht nur, weil die Mitgliedschaft in der Feuerwehr schon fast Tradition ist - völlig ohne Mengenrabatt, wie Franz Otte scherzt. Ihr Wohnhaus liegt auch gleich gegenüber dem Gerätehaus. Wenn das nicht von Nähe zur Feuerwehr zeugt.

„Wenn der Melder ertönt, dann kribbelt es bei allen im Haus“, berichtet das weibliche Familienoberhaupt Heike Otte, die häufig bei nächtlichen Einsätzen ihres Mannes den Kindern Rede und Antwort stehen muss. Bei zehn bis 15 Einsätzen im Jahr, so der Löschgruppenführer, komme das aber zum Glück nicht so oft vor. Angst hat die dreifache Mutter aber dann doch ein wenig, wenn ihr Mann zu einem Einsatz muss, verrät sie.

Und erinnert sich an den Flugzeugabsturz Anfang 1998, bei dem Thomas und Franz Otte gemeinsam vor Ort waren. „Auch heute erinnern wir uns daran, wenn wir an der Unfallstelle vorbeikommen“, sagt sie. Als Gutenachtgeschichten für die Kinder wurden die Einsatzgeschichten aber nicht erzählt, versichern Franz und Thomas Otte.

Seit ihrem 18. Lebensjahr sind Vater und Sohn, Franz und Thomas, schon bei der Freiwilligen Feuerwehr. Berufsfeuerwehrmann wollten beide aber nicht werden: „Es war von Anfang an ein Hobby und dabei ist es geblieben“, erklärt Otte senior, während sein Sohn ihm nickend zustimmt.

Doch nicht alle in der Familie sind vom Feuerwehr-Fieber befallen: Mutter Heike und die 12-jährige Katharina „überlassen es lieber den Jungs“ zur Feuerwehr zu gehen. Und bei dem jüngsten Familienmitglied Maximilian, sieben Jahre alt, ist das Fieber wohl noch nicht ausgebrochen, teilte seine Mutter mit. „Er könnte ohnehin erst mit zwölf Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten“, fügt der 44-jährige Familienvater hinzu.

Bei Johannes hat das Interesse an der Feuerwehr schon sehr früh mit dem Kinderbilderbuch „Tatü-Tata“ angefangen, erzählt seine Mutter. Und mit vier Jahren fuhr er schon in seinem eigenen Feuerwehrwagen durch die Gegend: einem Feuerwehr Bobby-Car mit Blaulicht und einem Anhänger, in den man Wasser füllen und einen Schlauch anschließen konnte. „Selbst als sein Opa mit ihm einen Schneemann baute, kam dabei ein Feuerwehrmann mit Mütze und Gürtel raus“, so die 43-Jährige.

„Das Thema Feuerwehr zieht sich bei uns durch die Blutlinie“, sagt Franz Otte, „auch mein Schwiegervater und Schwager waren bei der Feuerwehr, daher war meine Frau schon an mein Hobby gewöhnt“. Überredet oder gezwungen, versichert der Pensionär, habe er weder seinen Sohn, noch seinen Enkel. Das bestätigt auch Thomas Otte. „Es ist einfach so gekommen“, erinnert sich der Oberbrandmeister.

Zusammen zieht die Familie an einem Strang und „wenn es im Haus einmal brennen sollte, dann löscht der, der vor Ort ist“, da ist sich Thomas Otte sicher. „Aber eigentlich ist das Thomas’ Job. Ich bin schließlich im Ruhestand“, scherzt Franz Otte. Gebrannt hat es bei der Familie aber noch nie. „Und so solle es auch bleiben“, fügt Heike hinzu.

Quelle: Der Patriot - Lippstädter Zeitung