11 Dez '11
Übung gleich Ernstfall
Mit einer gemeinsamen Großübung haben die Werkfeuerwehr Hella und der erste Löschzug der Feuerwehr Lippstadt ihre jahrelange Zusammenarbeit fortgesetzt.
Einmal im Jahr üben die beiden Wehren den Ernstfall im Firmengelände der Hella Werke. Jetzt waren es 59 Frauen und Männer beider Wehren, die sich der von Friedhelm Voßebürger (Zugführer Werkfeuerwehr) ausgearbeiteten Übungslage im Hella Werk 1 stellen mussten.
„Der Alarm kam um 20.30 Uhr per Telefon. Gemeldet wurde eine Verpuffung im Kellergeschoss des Gebäudes B5. Das Feuer soll sich auf das Erdgeschoss ausgebreitet haben, in den betroffenen Bereichen werden fünf Menschen vermisst. Zudem droht das Feuer auf ein in drei Meter Entfernung liegendes Gebäude überzugreifen“ erklärt Organisator Friedhelm Voßebürger die angenommene Lage.
Für die beiden vor Ort befindlichen Feuerwehren keine leichte Aufgabe, die von den 59 im Übungseinsatz befindlichen Aktiven die mit 10 Fahrzeugen ausgerückt waren, bewältigt werden muss. Einsatzleiter Franz- Josef Wieneke, seines Zeichens stv. Wehrführer der Werkfeuerwehr Hella lässt sofort zwei Einsatzabschnitte bilden.
Im vernebelten Erdgeschoss arbeiten sich die Aktiven der Hella Wehr unter der Führung von Thorsten Rose vor, während im Kellergeschoss die Lippstädter Wehr unter Leitung von Thomas Rotthoff die völlig mit Disconebel verqualmten Räume nach den Vermissten absucht. Die Suche nach den Vermissten und deren Rettung hat in diesem Moment höchste Priorität.
An den Fahrzeugen rüsten sich derweil weitere Trupps mit Atemschutzgeräten aus, am Ende sind es 16 Frauen und Männer die im Gebäude nach den Vermissten suchen und das „Feuer“ direkt vor Ort bekämpfen. Innerhalb weniger Minuten gelingt es den Rettern die vermissten Personen zu lokalisieren und aus dem Gebäude zu transportieren.
Um das in drei Meter Entfernung befindliche Nachbargebäude zu schützen, werden von weiteren Gruppen lange Schlauchleitungen verlegt und mit einem Hydroschild eine Wasserwand zwischen den beiden Gebäuden errichtet. Mit den Hochleistungslüftern wird der Rauch aus dem Gebäude geblasen und damit die Arbeit der Retter erheblich erleichtert.
Am ELW der Werkfeuerwehr laufen an diesem Abend die Meldungen zusammen. Hier ist auf einer Lagekarte ein Abbild der Einsatzsituation zu sehen, wird jede Maßnahme und Meldung lückenlos dokumentiert. In regelmäßigen Abständen finden hier Lagebesprechungen statt, bei der auch der zuständige Abteilungsleiter Herr Zinser über die Maßnahmen der Wehr unterrichtet wird.
„Alle Vermissten gerettet, die Aufgaben schnell gelöst und die vorgegebenen Ziele (Menschenrettung, Zusammenarbeit, Ortskenntnis, Wasserversorgung, Funktrennung, Abschnittsbildung) erfüllt, zog Einsatzleiter Franz-Josef Wieneke nach der Übung ein erstes Resümee und dankte allen Kräften für ihren Einsatz.
Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, zeigte sich auch in der Vergangenheit schon bei Einsätzen auf dem Hella Werksgelände aber auch außerhalb im Stadtgebiet, z.B. bei dem Brand des Schuhhauses Simon und dem Großbrand in der Firma Berger, wo auch Kräfte und Gerät der Werkfeuerwehr bei der Brandbekämpfung unterstützten.
Text und Fotos: Dieter Dreier (Feuerwehr Lippstadt)