07 Dez '11

Herbstabschlussübung der Feuerwehr bei der Firma Schieffer

Ein Lager mit Kunststoff und Gummiartikeln bei Schieffer brennt, drei Mitarbeiter gelten als vermisst, ein Nachbarbetrieb ist in Gefahr und damit nicht genug, droht das Feuer sich auf ein angrenzendes Lager mit
Gefahrgut auszubreiten.

Mit dieser Situation, die man sich real gar nicht vorstellen möchte, wurde der Löschzug der Kernstadt, der mit dreißig Wehrmännern und fünf Einsatzfahrzeugen auf der Feuerwache auf eine Übung wartete, konfrontiert. „Sie wissen zwar das es eine Übung gibt, aber was wo brennt, das wissen Sie nicht“ so
Übungsorganisator Brandinspektor Thomas Rotthoff, der gemeinsam mit dem Schieffer Brandschutzbeauftragten Christian Thurmann diese Aktion im geheimen geplant und mit Hilfe der Jugendfeuerwehr und einer Brandmeldeanlage am Mittwochabend um 20.04 Uhr in die Tat umgesetzt hatte.

Für Einsatzleiter Frank Jungeilges eine recht schwierige und hochkarätige Aufgabe. Nur nach den Meldungen und der sich ständig ändernden Lage vor Ort muss der Gruppenführer entscheiden welche Maßnahmen erforderlich sind, um Menschenleben zu retten, das Feuer zu bekämpfen und weitere Schäden zu verhindern.
Jungeilges lässt sofort die rund 1.600 Quadratmeter große Halle durch Atemschutzgeräteträger nach den
Vermissten absuchen.

Fast zeitgleich werden auf dem gesamten Gelände gewaltige Mengen an Schlauchleitungen für eine Wasserförderung verlegt, die Einsatzstelle zudem durch Lichtmasten umfassend ausgeleuchtet. Insgesamt sind vier Trupps zu je zwei Mann ausgestattet mit Atemschutzgeräten und einem Löschschlauch weitgehend krabbelnd auf der Suche nach den Vermissten.

Zugführer Thomas Rotthoff und Christian Thurmann, die die Übung gemeinsam mit den Brandschutzverantwortlichen Meyer und Haase beobachten, bewegen derweil ganz andere Fragen; Liefern die Hydranten in der Nähe der „brennenden Halle“ ausreichend Wasser? Was macht der Funkverkehr, wie funktionieren die Geräte in der Halle, wie ist die Zusammenarbeit der Gruppen, und wie ist der
Ausbildungsstand und damit der Einsatzwert des Löschzuges? Wie leistungsfähig sind die Einsatztrupps, die unter Atemschutz im Gebäude suchen?

Nach rund 30 Minuten Wasserförderung und dem Einsatz zahlreicher Löschgeräte, sowie nach einer insgesamt
1 ½ stündigen Übung steht fest, die Hydranten sind einem derartigen Einsatz gewachsen. Das ganze Team,
angefangen vom Einsatzleiter über die Gruppenführer bis hin zu den Einsatzkräften hat eine hervorragende
Leistung unter Beweis gestellt. Alle Aufgaben wurden schnell und effektiv bewältigt, wie Thomas Rotthoff seiner angetretenen Mannschaft bestätigte. Besonders lobte Rotthoff die Leistung der Angriffstrupps, die gemessen an der Größe der Halle, in kürzester Zeit die Darsteller gerettet hatten.

Zugführer Rotthoff nutzte die Gelegenheit und dankte der Firma Schieffer für diese Übungsmöglichkeit, den Kameraden für ihren Einsatz und der Jugendfeuerwehr für ihre Unterstützung. Christian Thurmann hingegen freute sich, dass mit dieser Übung auch der Betrieb wertvolle Erkenntnisse erhalten habe und nun die Wehrmänner über eine möglicherweise lebensrettende Ortskenntnis verfügen. Im Namen der Firmenleitung lud Thurmann die Feuerwehr zu weiteren Übungen ein.

Text und Fotos: Dieter Dreier (Feuerwehr Lippstadt)

Herbstabschlussübung der Feuerwehr bei der Firma Schieffer Herbstabschlussübung der Feuerwehr bei der Firma Schieffer Herbstabschlussübung der Feuerwehr bei der Firma Schieffer